Amina
Ich habe mich vor einigen Monaten für eine Reise nach Ruanda angemeldet, die sich an Unternehmerinnen und Changemakerinnen richtete. Letzte Woche war es dann soweit. Organisiert wurde die Reise vom international tätigen Hilfswerk Compassion. Das Ziel war zweifach: Einerseits sollten durch die Reise Spenden gesammelt werden, um direkte Hilfe leisten zu können. Andererseits ging es darum, Frauen zu begegnen, die in ihrem Umfeld, ihrer Region oder sogar in ihrem Land einen Unterschied machen.
Abgesehen von der Freundin, die mich angefragt hatte, mitzukommen, kannte ich niemanden. Die Gruppe war bunt gemischt: im Alter von 12 bis 68 Jahren, mit ganz unterschiedlichen beruflichen Hintergründen, Lebenswegen und Geschichten. Uns verband die gemeinsame Reise in ein für uns unbekanntes Land. Und genau daraus entstand etwas sehr Wertvolles. Der Austausch, die Begegnungen und die gemeinsam erlebten Momente schufen in kurzer Zeit eine tiefe Verbundenheit.
An drei Tagen besuchten wir verschiedene Zentren von Compassion. Dort werden Schwangere, sowie Kinder und ihre Familien unterstützt – und darüber hinaus oft auch die ganze Nachbarschaft. Was mich besonders beeindruckt hat, war die Ganzheitlichkeit der Hilfe. Dieses Modell wird in Ruanda seit bald 40 Jahren umgesetzt und stetig weiterentwickelt. Es geht nicht um kurzfristige Unterstützung, sondern um Hilfe zur Selbsthilfe. Im Zentrum steht die Stärkung der Selbstwirksamkeit, damit nachhaltige Veränderung möglich wird – ein tatsächlicher Ausstieg aus der Armut. Falls du selber auch spenden möchtest, ist dies über das Crowdfunding-Projekt noch 2 Monate lang möglich: https://together.compassion.ch/de/participant/support-moms-and-babies-in-rwanda-sarah-392/ oder danach über die Website von Compassion Schweiz.
Nun möchte ich über eine besondere Frau berichten: Amina. Sie ist selbst in grösster Armut aufgewachsen und war früher Teil des Compassion-Sponsoring-Programms. Heute ist die 31-Jährige mit ihren Projekten und Firmen weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Während unserer gesamten Reise begleitete sie uns und erzählte uns von ihrem Weg. Zwei ihrer Projekte konnten wir besuchen. Im ersten unterstützt sie Teenager-Mütter mit einem sechsmonatigen Schneiderkurs. Die jungen Frauen lernen, Kleider zu produzieren und zu verkaufen, um so eigenständig für ihre Familien sorgen zu können. Die Nähmaschine, mit welcher sie das Handwerk erlernt haben, dürfen sie behalten und ihnen wird beim Suchen einer Anstellung geholfen. Im zweiten Projekt, dem sogenannten Menstruation Center, klärt Amina ganze Schulklassen über den weiblichen Zyklus auf. Aufgrund von Unwissen und Tabuisierung sind Teenager-Schwangerschaften in Ruanda noch immer weit verbreitet. Mit Besuchen im Zentrum, Comics und Social Media bringt sie „Period Positivity“ an Schulen und konnte die Rate von Teenager-Schwangerschaften bereits deutlich senken.
Solche Geschichten berühren und beeindrucken mich sehr. Sie zeigen mir immer wieder: Grosse Träume werden selten von heute auf morgen Wirklichkeit. Es sind viele kleine Schritte, manchmal mutige, oft ganz unscheinbare, die über die Zeit hinweg echte Veränderung möglich machen.
Diese Schritte passieren nicht einfach so. Sie brauchen unser Zutun. Unseren Mut, loszugehen, auch wenn der Schritt klein wirkt. Unser Vertrauen, dass Bewegung entsteht, wenn wir beginnen. Veränderung wächst meist leise, aber sie wächst dort, wo wir handeln.
Genau das begegnet mir auch in meiner Arbeit in der psychologischen Beratung. Viele Menschen empfinden ihren aktuellen Zustand als nicht befriedigend und sehnen sich nach einer grossen Veränderung. Was dabei oft unterschätzt wird: Diese Veränderung beginnt nicht irgendwann, sondern jetzt. Mit einem ersten, machbaren Schritt.
Wo wünschst du dir Veränderung in deinem Leben?
Und welcher kleine Schritt – er darf wirklich ganz klein sein – ist heute möglich?
Wenn du dir Veränderung wünschst und dir dabei Begleitung guttun würde, darfst du dich gerne bei mir melden. Ich freue mich, dich kennenzulernen. -> Kontakt

